SCHEUNE WW - Harte Schale, weicher Kern - Ein Haus im Haus -
Ein ehemaliges Bruchsteinhaus mit Scheune im Ortskern von Caan wurde 2016 in einem ersten Bauabschnitt saniert und durch einen modernen Holzanbau ergänzt. Rund zehn Jahre später folgte der Ausbau der Scheune, um zusätzlichen Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen. Der Charakter der historischen Scheune sollte bewahrt werden und gleichzeitig zeitgemäßer, energieeffizienter Wohnraum entstehen. Schnell stand fest: Es wird ein Haus im Haus.
Die Scheune wurde bis auf die Außenmauern entkernt und statisch ertüchtigt. Ein umlaufender Ringbalken sowie ein aussteifender Betonkern für die Treppe stabilisieren das alte Mauerwerk. Ebenfalls wurde eine neue, betonkernaktivierte Bodenplatte auf Streifenfundamenten eingebaut. Um ausreichend Tageslicht in die ursprünglich geschlossene Scheune zu bringen, wurde nahezu die komplette Westfassade herausgeschnitten. Dies war bei dem lockeren Bruchsteinmauerwerk leichter umzusetzen, als viele kleine Öffnungen herauszubrechen. Die neue Konstruktion besteht aus vorgefertigten Holzständerwänden und Brettsperrholzdecken, die geschossweise in die bestehende Hülle eingesetzt wurden. Eine Luftschicht zwischen Bruchsteinmauerwerk und innenliegendem Holzbau sorgt für eine saubere bauphysikalische Lösung.
Beim Innenausbau kamen konsequent nachhaltige Materialien wie Lehmplatten, Lehmputz und Holzoberflächen zum Einsatz. An einer Stelle blieb das historische Bruchsteinmauerwerk auch im Innenraum sichtbar und prägt dort bewusst die Atmosphäre der ehemaligen Scheune. Besonderes Augenmerk lag auf einem flexiblen und langfristig nutzbaren Raumkonzept. Derzeit befinden sich im kleinen Bestandswohnhaus die Zimmer der drei Kinder. In der ausgebauten Scheune liegen im Erdgeschoss ein Architekturbüro sowie darüber ein großzügiger Wohnbereich mit Galerie, Elternschlafzimmer und Bad. Die Küche bildet als verbindendes Element das Zentrum zwischen Altbau und Scheune. Perspektivisch lässt sich das Ensemble problemlos in zwei unabhängige Wohneinheiten aufteilen.
Das Projekt verbindet den respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz mit moderner Holzarchitektur, nachhaltigen Materialien und einem offenen, wandelbaren Wohnkonzept. Große Fensterflächen eröffnen weite Ausblicke in Garten und Tal und schaffen eine enge Verbindung zwischen Architektur und Natur.















